healthy3 Newsletter Nº 04 | 2019

Mit unserer Ernährung und unserer Wahl beim Einkaufen können wir viel bewirken. Immer mehr Studien zeigen, dass sich eine ausgewogene Ernährung – reich an pflanzlichen Lebensmitteln – positiv auf die Gesundheit, das Klima und die Gesellschaft auswirkt.

Anfang des Jahres wurde die «planetary health diet» veröffentlicht: 37 WissenschafltlerInnen forschten während drei Jahren, wie der Speiseplan der Zukunft aussehen müsste, um 10 Milliarden Menschen gesund zu ernähren, ohne dabei den Planeten zu zerstören. Unter «Lesenswert» erfahren Sie mehr über die Ergebnisse der EAT-Lancet Kommission.

Mit frühlingshaften Grüssen, Sophie Frei, Leiterin healthy3.ch

Der healthy3 Lebensmittelkreislauf ist eine Hilfestellung und Anregung – beispielsweise für den Unterricht – um sich mit Lebenswegen von Lebensmitteln vom Feld bis zum Teller auseinanderzusetzen und verschiedene Stationen anhand folgender Fragen zu diskutieren:

  • Wie und wo wurde das Lebensmittel erzeugt? Wie viel Wasser war dafür notwendig? Welches Saatgut wurde verwendet?
  • Wie wurde das Lebensmittel hergestellt: konventionell, biologisch oder biodynamisch?
  • Wie wurde es transportiert? Verpackt? Gelagert?
  • Wo und wie haben wir es gekauft: Auf dem Wochenmarkt oder im Supermarkt? Mit dem Velo, zu Fuss oder mit dem Auto?
  • Wie haben wir es zu Hause gelagert und zubereitet? Oder geriet es gar in Vergessenheit, verdarb und musste entsorgt werden?
  • War es ein kurzer Kreislauf?

healthy3 Tipp: Wenn wir uns im Alltag vorstellen, welche Hände ein Produkt berührt hat bis wir es in unseren Händen halten, z.B. eine Banane, eine Avocado oder Kaffeebohnen – wird uns dessen Wert bewusster, wir geniessen es mit allen Sinnen und lassen es nicht verderben.

Foto: Jannik Jacob

Wissenswert

Für viele Menschen ist die Vorstellung, Insekten zu essen neu und zum Teil unangenehm. Doch weltweit essen über 2 Milliarden Menschen regelmässig Insekten und schätzen diese wegen ihres guten Geschmacks und ihres hohen Gehalts an Proteinen, Vitaminen und Mineralstoffen.

Im Zuge der Notwendigkeit eines nachhaltigen Ernährungssystems und damit ressourcenschonenderen Alternativen zu Fleisch, gewinnen Insekten zunehmend an Bedeutung: Sie stellen eine sinnvolle Alternative zu Fleisch dar, da sie wenig Platz und Wasser benötigen und kaum Treibhausgase ausstossen. Zudem liegt der essbare Anteil bei Insekten bei 80-100 %. Und als Futtermittel können Nebenströme aus der Lebensmittelproduktion, wie z. B. Weizenkleie genutzt werden. Weltweit gibt es über 2000 essbare Insektenarten. In der Schweiz sind seit Mai 2017 drei Arten als Lebensmittel zugelassen: Grillen, europäische Wanderheuschrecken und Mehlwürmer.

Wie schmecken Insekten?

Der Geschmack von Heuschrecken erinnert an Nüsse oder Poulet. Mehlwürmer haben ebenfalls einen nussigen Geschmack. Und der Geschmack von Grillen wird häufig mit Shrimps oder Popcorn verglichen. Letztlich macht die Zubereitung den Geschmack aus. Insekten können ganz gekocht, gebraten, frittiert oder als Spiessli grilliert werden. >> Tipps zur Zubereitung von Insekten: essento.ch

Wer mehr ausprobieren möchte, der findet im ersten Insekten-Kochbuch der Schweiz «Grillen, Heuschrecken & Co» von essento zahlreiche Rezepte und Inspirationen. Und wer zwar neugierig ist, sich aber noch nicht so richtig traut, der besucht am besten einen Insekten-Kochkurs und wagt sich zusammen mit anderen an erste Gerichte mit Insekten.

>> Weitere Informationen über Insekten aus dem Fleischatlas 2018 der Heinrich Böll Stiftung


 

Lesenswert

Wie sieht eine Ernährungsweise aus, die gut für unsere Gesundheit und die Gesundheit des Planeten ist? Mit der sich bis 2050 zehn Milliarden Menschen gesund ernähren lassen und deren Produktion die ökologischen Belastungsgrenzen des Planeten berücksichtigt? Damit setzten sich 37 WissenschafltlerInnen der EAT-Lancet Kommission während drei Jahren auseinander und führten zahlreiche Modellrechnungen durch. Das Ergebnis ist die «Planetary Health Diet»:

Eine Ernährung, die reich an pfanzlichen Lebensmitteln ist und wenig tierische Produkte enthält. Konkret heisst das: Der Anteil an Gemüsen, Früchten, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten und Nüssen müsste weltweit verdoppelt und Lebensmittel wie rotes Fleisch (Rind, Schwein, Lamm) oder Zucker müssten um mehr als die Hälfte reduziert werden. Lebensmittelabfälle müssten zudem halbiert werden. Doch nicht nur die Konsumenten, auch die Landwirtschaft, Politik und Wirtschaft sind gefordert um eine globale Transformation zu erreichen. >> weitere Informationen


Unterstützenswert

Kurz vor Feierabend bleibt in der Quartierbeiz, beim Bäcker oder Take-away immer etwas übrig. Mit der «Too good to go App» kann man ganz einfach Essen retten und erhält z.B. ein ganzes Menü, ein Sandwich oder einen Salat zu reduzierten Preisen. Auch reine Früchte- oder Gemüseportionen können günstiger bezogen werden. Eine Win-Win-Win Sitation, denn sowohl die Betriebe, als auch die Konsumenten und die Umwelt profitieren. Europaweit hat das Start-up bereits 10 Millionen Mahlzeiten gerettet. So funktioniert’s!

>> weitere Informationen: togoodtogo.ch


Sehenswert

healthy3-Filmtipp: «Ein Menü für die Zukunft» ist eine Filmsammlung mit neun Kurz- und Dokumentarfilmen sowie begleitenden Unterrichtsimpulsen rund um das Thema Essen. Filme wie zum Beispiel «Palmöl aus Indonesien», «Wie wird die Stadt satt?» oder «Bugs – Insekten als Nahrungsmittel» beleuchten das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln >> weitere Informationen

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