healthy3 Newsletter Nº 01 | 2017

Liebe healthy3-Interessierte

Mit dem neuen healthy3-Newsletter erhalten Sie 3x jährlich aktuelle und fachlich fundierte Informationen rund um eine nachhaltige und gesunde Ernährung und einen bewegten Alltag. Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre, freuen uns über Rückmeldungen und wenn Sie den Newsletter weiterempfehlen!

Mit herbstlichen Grüssen, Sophie Frei – Leiterin healthy3.ch


Wir haben die Wahl – jeden Tag: Was wir essen und trinken und wie wir uns im Alltag bewegen, wirkt sich sowohl auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden, als auch auf die Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft aus – jetzt und in Zukunft, lokal und global.

healthy3 Tipp – gut für Umwelt & Gesundheit: Essen Sie täglich eine bunte Vielfalt an pflanzlichen Lebensmitteln – möglichst saisonal, frisch und unverarbeitet. Kaufen Sie wenn möglich direkt beim Produzenten ein, unterstützen Sie kurze Kreisläufe und denken Sie bei pflanzlichen Lebensmitteln nicht nur an Gemüse und Früchte. Auch Getreideprodukte, Kartoffeln und Hülsenfrüchte gehören zu einer ausgewogenen Ernährung und liefern wertvolle Inhaltsstoffe. >> Weitere Informationen zu pflanzlichen Lebensmitteln


Wissenswert

Hülsenfrüchte wie Linsen, Bohnen, Erbsen, Kichererbsen, Sojabohnen und Lupinen gehören zu den pflanzlichen Lebensmitteln, die besonders wertvoll für unsere Gesundheit und die Umwelt sind und zudem einen wichtigen Beitrag zur Welternährung leisten.

Hülsenfrüchte sind reich an Eiweiss und Nährstoffen wie Vitamine B1, B6, Folat, Eisen, Magnesium und Zink. Pflanzliche Eiweisse haben – mit Ausnahme von Sojaeiweiss – zwar eine relativ niedrige biologische Wertigkeit. Das bedeutet, dass sie im Vergleich zu tierischen Eiweissquellen vom menschlichen Körper nicht so gut verwertet werden können. Durch die Kombination unterschiedlicher pflanzlicher eiweissreicher Lebensmittel kann die biologische Wertigkeit jedoch deutlich erhöht werden:

Empfehlenswert ist die Kombination von Hülsenfrüchten und Getreide wie z.B. ein feines Linsendal mit Reis, Hummus mit Brot oder Bohnen mit Polenta. Optimale Kombinationen, die nicht nur für Vegetarier und Veganer eine schmackhafte, gesunde und eiweissreiche Fleischalternative bieten, gut sättigen und zudem preiswert sind.

Auch aus ökologischer Sicht sind Hülsenfrüchte wie Bohnen, Erbsen und Linsen wahre Naturwunder, denn sie können Stickstoff aus der Luft binden, im Boden speichern und über die Wurzeln anderen Pflanzen zugänglich machen. Auf den  Einsatz von energieaufwändig hergestelltem, chemisch-synthetischen Stickstoff-Dünger, kann so verzichtet werden. Hülsenfrüchte sind für die Bodenfruchtbarkeit enorm wertvoll, gehören zu den nachhaltigsten Kulturpflanzen und dürfen im Hinblick auf eine zukunftsfähige Landwirtschaft und weltweite Ernährungssicherung nicht vernachlässigt werden.

Aus diesem Grund haben die Vereinten Nationen das vergangene Jahr 2016 zum internationalen Jahr der Hülsenfrüchte erklärt, mit dem Ziel, das Bewusstsein für den wertvollen Nutzen von Hülsenfrüchten als Nahrungsmittel der Zukunft zu stärken und so eine nachhaltige Landwirtschaft zu fördern – ein nach wie vor aktuelles und relevantes Ziel.

Den vielfältige Nutzen und das Marktpotenzial von Hülsenfrüchten haben erfreulicherweise auch Schweizer Produzentinnen und Produzenten erkannt und bauen wieder mehr Hülsenfrüchten wie z.B. Linsen, Kichererbsen und Soja an. Dass Hülsenfrüchte schon seit langer Zeit zur Schweizer Esskultur gehören, bezeugen traditionelle Schweizer Rezepte zum Beispiel mit Dörrbohnen aus dem Inventar des kulinarischen Erbes der Schweiz.

Tipps für die Praxis: 

  • 1 Portion entspricht etwa 60-70 g getrocknete Hülsenfrüchte roh
  • erst nach dem Garen salzen
  • zur besseren Verdaulichkeit das Einweichwasser bzw. die Flüssigkeit von Hülsenfrüchten in der Konserve nicht verwenden und Gerichte mit Gewürzen wie Fenchel oder Kümmel würzen
  • um die Eisenaufnahme zu verbessern mit Vitamin C reichen Lebensmitteln kombinieren
  • neue Sorten ausprobieren und entdecken: Belugalinsen, Château-Linsen, Schwarzaugenbohnen…

Weitere Informationen: Flyer mit Tipps und Informationen zu Hülsenfrüchten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sowie Fact Sheets und Infografiken (auf Englisch) der Food and Agriculture Organization FAO.


Lesenswert

Dieses Buch ist ein schönes Beispiel dafür, wie sich gesundes und nachhaltiges Essen und Trinken mit Genuss und Geschmack verbinden lässt.

«Meine Gemüseküche für Herbst und Winter» bietet eine Vielfalt an saisonalen, einfachen Rezepten rund um heimisches Herbst- und Wintergemüse und enthält zudem wertvolle Informationen zu mehr oder weniger bekannten Gemüsesorten, Salaten, Maroni, Pilzen und Gewürzen. So werden allein den Kürbisgewächsen 50 Seiten gewidmet und man erfährt neben praktischen Tipps für die Küche, Spannendes zu den Sorten, begleitet von eindrücklichen Bildern und Geschichten von Schweizer Produzenten, die bis zu 350 verschiedene Kürbissorten anbauen.

Hinter dem Buch steht die leidenschaftliche Köchin, Kochbuchautorin, Gastronomin und Botschafterin Meret Bissegger, die die Lust und Neugier am phantasievollen Kochen mit natürlichen Saisonprodukten aus lokaler Produktion wecken will.

Die Herkunft der Produkte liegt ihr am Herzen – ökologisch, nachhaltig und fair sind ihre Prinzipien. Daher findet man im Buch spannende Hintergrundtexte und Informationen von Organisationen zu relevanten Themen wie z.B. zu biologisch-dynamischer Landwirtschaft, Saatgut, Pestiziden, Food Waste, Labels etc. Das Buch eignet sich auch für den Hauswirtschaftsunterricht!

Weitere Informationen: meretbissegger.ch/shop-buecher/


Sehenswert

 

Dieser Kurzfilm, der im Rahmen des internationalen Programms für nachhaltige Ernährungssysteme entstand, bringt es in 3 1/2 Minuten auf den Punkt warum wir unser Ernährungssystem ändern müssen!


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